Der größte Wunsch
meiner Mutter während der Schwangerschaft war, eine Tochter
zu gebären. Deshalb war ich als Junge nicht ganz das erhoffte Wunschkind.
Den Erziehungsstil meiner Eltern möchte ich aus heutiger Sicht als streng,
konservativ und autoritär bezeichnen. Sexualität war für meine Eltern absolut tabu.
Schon in meiner Kindergartenzeit fühlte ich mich mehr zu den Mädchen hingezogen.
Meine besten Spielkameraden waren zu dieser Zeit ausnahmslos gleichaltrige Mädchen.
In den Augen meiner Eltern lag dies allerdings nur daran, das in unserer näheren
Umgebung ausschliesslich Mädchen wohnten.
Im Verlauf meiner Pubertät bemühte ich mich sehr, so zu sein
wie die anderen Jungen,
merkte aber selbst, dass mir das nicht gut gelang und dass sich die Beziehungen mit
den anderen Jungen sich niemals zu richtigen Kameradschaften entwickelten.
Ich weiß gar nicht mehr genau, wie es angefangen hat. Ich
weiß nur, dass ich schon
im frühen Pubertätsalter anfing, im Schlafzimmer meiner Eltern die Wäschetruhe und
Kleiderschränke nach Kleidern, Röcken und Schuhe meiner mutter zu durchstöbern,
sobald ich alleine zu Hause und damit sicher war, einige Zeit ungestört zu sein.
Es hat mir gefallen und ich habe meine ersten Orgasmen erlebt.
Meine sexuellen Neigungen
gingen damals mehr ins Fetische, da ich in meiner noch anfänglichen
Entwicklung mit dem
Begriff Transsexualität noch nicht umgehen konnte. Ich habe mich, wegen
meiner
"fetischen" Neigungen auch sehr oft geschämt und habe unzählige Male
geschworen, nie
wieder die Kleider meiner Mutter anzuziehen. Doch der innere Drang, und die Erregung
die damit verbunden war, haben mich jedoch immer wieder rückfällig werden lassen.
Ich war neidisch auf die Mädchen, die sich später als Frau so anziehen können.
Mit Erreichen meiner Volljährigkeit und der dadurch
verbundenen automobilen
Unabhängigkeit begann ich damit, mir meine erste Kleider zuzulegen.
Etwas später kaufte ich meine erste Perücke und fing auch an, ohne jegliche
Vorkenntnisse,
mich zu schminken, wenn man dies so nennen konnte. Es sah anfänglich schrecklich aus.
Als ich mich so im Spiegel sah, überlegte ich mir für mein,
noch ungewohntes,
zweites Gesicht auch einen Namen. "Sabrina" gefiel mir am besten, und somit
hatte
ich für meine zweite Identität auch einen Namen. In den folgenden Jahren beschloss
ich aber auch mehrmals, mein Leben als Mann weiter zu führen und warf alles weg,
was ich bis dahin angeschafft hatte. Durch dieses Wechselgefühl der
Geschlechtszugehörigkeit,
das bis etwa zum 20.ten Lebensjahr andauerte, war mein seelisches Gleichgewicht
stark gestört. Wahrscheinlich war ich zu dieser Zeit sogar Suizidgefährdet.
Auf jedem Fall hatte ich Angst vor mir selbst und vereinbarte
mehrere Sitzungen bei
einem Psychologen. Als ich meinem Psychologen mein Anliegen vortrug, reagierte dieser
etwas überrascht und er musste sich bis zu den nächsten Sitzungen in den folgenden
Wochen
erst noch mittels entsprechender Fachliteratur schlau machen.
In den weiteren Sitzungen war ich jedoch begeistert, wie einfühlsam und verständnisvoll
mein Psychologe reagierte und wie er mir half, mein Selbstwertgefühl wieder
zu steigern. Aber bei der Entscheidung, wie ich mein zukünftiges Leben gestalten sollte,
konnte mir der eigentlich genau dazu konsultierte Psychologe auch nicht weiterhelfen.
Die Gespräche mit dem Psychologe führten aber dazu, dass ich nun mit gestärktem
Selbstvertrauen mir konkrete Gedanken machte, in welchem Geschlecht ich weiterleben
sollte.
Zuerst schlitterte ich in eine Beziehung mit einer Bio-Frau und
hatte - plötzlich und
unerwartet - mit 22 Jahren meine erste echte Freundin. Damit konnte ich mein schlechtes
Gewissen und das meiner Eltern beruhigen, die mittlerweile der Meinung waren, dass ich
nicht
normal sei. Die Beziehung wurde von mir sehr partnerschaftlich geführt. Das
traf aber
überhaupt nicht die Erwartungen meiner Partnerin. Etwas Macho wäre ihr wohl schon ganz
lieb gewesen. Nach nicht einmal einem Monat scheiterte diese Beziehung daran, dass ich
nicht in der Lage war, gekonnt meine männliche Rolle zu spielen, und sich meine damalige
Partnerin mit den Worten verabschiedete, dass sie jetzt einen richtigen Mann gefunden
habe.
Nach den gemachten Erfahrungen wusste ich, dass ich für eine
feste Beziehung mit einer
Bio-Frau nicht geeignet bin. In der folgenden, zunächst als störend empfundenen
Einsamkeit
konnten sich endlich meine weiblichen Neigungen voll entwickeln. Im diesem Zeitraum
fasste ich nach reichlichen Überlegungen den Entschluss, mein Leben äußerlich als Frau
fortzuführen. Ich betrachtete mich zwar als transsexuell, und möchte sehnsüchtig, bis
ins
letzte Detail, den Körper einer Frau in meinem Spiegelbild sehen. Doch der Gedanke zu
einer
endgültigen Geschlechtsumwandlung habe ich vor Angst an der damit verbunden, ungewissen
Zukunft zunächst noch verdrängt. Unter anderem möchte ich meinen Job, den ich mir durch
ein
hartes und langes Studium erarbeiten musste, nicht als Folge der Geschlechtsumwandlung
aufgeben und die damit verbundene finanzielle Unabhängigkeit verlieren.
Ich bin mit meinen Körper, besonders mit dem männlichen Teil
zwischen meinen Beinen,
nicht glücklich. Leider muss ich mit ihm Leben und er ist die einzige Möglichkeit in dem
ich
beim Sex meinen Orgasmus verspüre. Nur sehr selten kann ich als Transsexuelle einen
Orgasmus durch Reizung des Gliedes erreichen. Die Ejakulation ist ein typisches
männliches
Merkmal, das wahrscheinlich instinktiv von mir unterdrückt wird. Bei einer analen
Stimulation,
welche dem weiblichen Sexakt ja sehr ähnelt, führt bei mir mit ziemlicher Sicherheit zum
Orgasmus.
Zum anderen bin ich auch glücklich mit meinem Körper. Wie
könnte ich mich äußerlich
unerkannt als Frau bewegen, wenn ich nicht so viel Glück gehabt hätte, und ich
stattdessen
in einem muskelbepackten, stark behaarten männlichen Körper leben müsste. Diese
relative
Zufriedenheit mit meinem Körper ermöglicht mir die Begeisterung zur ausführlichen
Körperpflege. Bei einer vorhandenen Verachtung und Abscheu des eigenen Körpers würde
dieser sicherlich vergammeln. Deshalb lege ich größten Wert auf eine ausführliche
Körperpflege.
Wie viele Frauen liebe ich es, mich professionell zu stylen, mir die Augenbrauen zupfen,
zur Nagelmaniküre und die Rasur der wenig vorhandenen Körperhaaren.
Dazu gehört auch eine gesunde und kalorien bewusste Ernährung, um einen typisch
männlichen Bauchansatz vorzubeugen, der mich insofern stören würde, dass man
an diesem, die typische männliche Anatomie erkennt.
Seit mehr als 10 Jahren lebe ich nun in der Öffentlichkeit als
Frau, auch wenn die leider
immer noch mangelnde Akzeptanz und Toleranz der Gesellschaft mir dies nicht gerade
erleichtert.
Durch die Hormontherapie entdecke ich nun endlich die weibliche Welt. Was würde ich
geben,
wenn ich eine biologisch geborene Frau wäre. Ich würde zu gerne komplett Frau sein.
Meine Hoffnung ist, dass sich dieses Dilemma in den nächsten Jahren von selbst
eliminiert!
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